Samstag, 29. September 2007

Gibt es hier auch Söckchen???

Beim Schuhekaufen stoßen wir, Monica (Frankreich), Flo(Koeln) und ich, hier auf einige lustige Unterschiede...zum Anprobieren bekommt man ganz schicke Plastiküberzüge...schicke Teile und auch besonders praktisch, weil die Schuhe überhaupt nicht richtig passen...aber außerordentlich hygenisch...wir lachen eine Runde und freuen uns...wie schön, dass eben nicht alles so ist, wie man es von zuhause kennt.
Es lebe die Plastiksocke!!!

Donnerstag, 20. September 2007

Sevilla und die Hochzeit



Für uns wirklich kaum vorstellbar, aber hier sieht man wirklich Hochzeiten am laufenden Band. Es gibt keine Samstage ohne Massenhochzeiten und zu einer "richtigen" Hochzeit gehören natürlich auch die richtigen Fotos, die den "schönsten Tag im Leben eines Paares" festhalten.





Ich schlendere nachts mit Freunden durch die Stadt und wir werden erneut Zeuge eines äußerst lustigen Fotoshootings mitten auf der Avenidad de la Constitución. Typisch sevillanisch...mit Kutsche und Pferdchen, welche nicht wegzudenken sind aus dem Stadtbild und insbesondere auch bei Touristen angesagt sind (60 Euro eine Fahrt) und natürlich dem Brautpaar, was wenn der Fokus auf sie gerichtet ist, liebevoll lächelt, das Lächeln allerdings bei Gefühl des nicht Beobachtet werdens schnell nachlässt. Gibt es hier eigentlich noch arrangierte Hochzeiten?



Da stehen sie und das Leben zieht einfach an Ihnen vorbei...aber welch schöne Kulisse. Diese Avendidad zieht sich bis fast zum Rectorado, dem Unihauptgebäude, hin. Und nachts beleuchtet ist sie, wie alles in Sevilla, wirklich schön anzuschauen. Und wie man vielleicht auch an den Schienen erkennen kann, gibt es hier sogar eine Strassenbahn, die nun auch nach ewig langen Testfahrten in Gebrauch genommen wurde. Auch das ist eine lustige Geschichte, diese Bahn fährt ganze 3 Stops, würde ich mal schätzen, eine Kurzstrecke sozusagen. Aber Sevilla, als Vorzeigestadt und Motor Andalusiens, braucht eine Instalation wie diese. Irgendwie sympathisch...wenn ich mit meinem bici an der Bahn vorbeibrause und den wenigen Fahrgästen zuwinken kann.

Dienstag, 18. September 2007

Vida universitaria

Da sitzen wir am ersten Infotag...alle Erasmusstudenten...ohne Plan und ganz gespannt was, wo so zu tun ist. Wie das Leben wohl an der Uni in Sevilla ist??? Auf jeden Fall völlig anders, eine spannende Angelegenheit. Man muss sich dran gewöhnen, dass hier nicht alles so durchgeplannt abläuft, wie man es so vielleicht von Deutschland kennt. Alleine die Erstellung der Stundenplans dauerte ganze 2 Wochen! bis man ganz sicher sagen konnte, wie die Kurse liegen. Bei einer Auswahl von zum Teil fast 12 verschiedenen Terminen für ein und denselben Kurs kein Wunder...und wenn man keine Überschneidungen haben möchte...nun ja, dann dauert das alles eben seine Zeit:-) Am Anfang fühlt man sich ein wenig im Chaos gefangen, aber lustigerweise klappt trotzdem irgendwie alles. Faszinierend.

Leider "nur" das Unihauptgebäude...aber immer wieder schön, dort zu sein. Mitten in der Stadt gelegen, studieren hier die Juristen, Philologen usw....die Glücklichen:-) Mit wunderschönen Innenhöfen, die immer mit Studentenmassen voll sind, die dort rauchen, essen, sich treffen...eine echt schöne Atmosphäre, die an Münster erinnert.
Meine Kurse finden leider etwas weiter ausserhalb statt, in der Calle Ramón y Cajal. Mit bici fahre ich gute 10-15 min. dorthin...über unser Gebäude wird gemunkelt, dass es wohl mal ein Frauengefängnis werden sollte...manchmal, wenn man ehrlich ist, fühlt man sich dort auch so*g*
Meine Kurse finden in Kleingruppen statt, also FH-Charakter...Folien muss man meist abpinnen, weil sie nicht ins Netz gestellt werden, und es gibt auch einen Kurs, wo einfach ganz auf Folien verzichtet wird...viele Profesoren reden dazu noch "andaluz" der Akzent hier in Andalusien...einfach eine andere Sprache und manchmal wirklich schwer zu verstehen...
und alles dauert lange lange....Kurse gehen 2 Stunden, in dieser Zeit wird auch gerne mal über eine Folie diskutiert, aber was man hier wirklich lernt, ist zu warten...zwar fragt man sich manchmal auf was, aber auch das hört irgendwann auf. Hier merke ich, wie schön wir es doch in Münster haben*lach*

Mittwoch, 12. September 2007

Klassikmusik und ein Stück Heimat

Da laeuft man zufälligerweise über den Plaza San Franzisco und wird ganz plötzlich Zuschauer eines Klassikkonzertes vom Feinsten...da freut sich das Herz!!!
Mit Tinto in der Zuschauerreihe stehend, lernen Hedi und ich dann auch schnell einen netten Herren älteren Kalibers kennen(70-75), der mit uns ein Pläuschchen hält. Unser Spanisch gibt noch nicht viel her, aber er erfreut sich an unserer blonden Gegenwart und wir finden ihn einfach nur urrkomisch und sympathisch. Man raucht ein Zigarettchen zusammen und trifft sich sogar am zweiten Tag nach der Konzertprobe wieder....zum zusammen plauschen und Musik geniessen.

Solche Momente bringen mir die Stadt gleich viel näher, wie schön sie doch ist...immer wieder denk ich mir das, insbesondere an lauwarmen Nächten wie dieser, voller Magie und Atmosphäre. Ich hoffe, dass die Schönheit solcher Plätze nicht doch auch irgendwann unter dem Alltagsblick, den man bekommt, verschwindet.

In der gleichen Woche bekomme ich dann meinen ersten Besuch aus der Heimat, Philipp besucht mich mit seinem ehemaligen Mitbewohner aus Granada. Wie schön...eine Person schon lange zu kennen, ein Stück Heimat und ein Teil von mir...im Gegensatz zu den hier noch "jungen" Freundschaften, die aber wahrscheinlich nach dem Jahr auch ein Teil von mir werden. Auf jeden Fall aber auch schwierig...nach meinem netten Besuch bin ich doch ein wenig traurig und vermisse mein Leben in Deutschland....aber ganz normal...freu mich trotzdem immer über Besuch. Ja, das war eine Einladung.....!!!

Montag, 3. September 2007

Calle Vidrio 33 - unser neues Zuhause



Darf ich vorstellen: unser neues Zuhause in der Calle Vidrio 33. Die calle befindet sich im Barrio Santa Cruz, ein ganz typisch sevillanisches Viertel, mit vielen kleinen Gassen (...zum Verlaufen und Wiederfinden) und wunderschönen alten Häusern. Einfach zum Wohlfühlen: ein Ort, der eben so ganz anders ist und einfach nur spanisches Flair besitzt. Genauso, wie ich mir mein Zuhause hier gewünscht habe.



Das erste casa von links mit dem Licht ist unseres....eine echt coole, kleine Strasse, mit wenig Verkehr und Lärm.



Hereingetreten in unser neues kleines Reich!

Hier werde ich wohl jetzt ganze 10 Monate wohnen, in einem kleinen casa in der Calle Vidrio(Vidrio=Glas), dass 1892 erbaut wurde. Mit dem Alter des Hauses kommt dann eben auch der Stil...typisch Sevillanisch und einfach nur einzigartig! Viele Pflanzen, die unsere Vermieterin, eine süße alte Oma, immer schön pflegt, Mosaiksteinchen, die die Wände schmücken und ja, was auch dazu gehört: Marienfiguren....die Sevillaner sind doch ein sehr katholisches Völkchen!



Das ist unser patio, so was wie ein Innenhof: ganz typisch hier, mit Sonnenstrahlen von oben, Pflanzen und Wandschmuck(ich bitte die Minigeweihe anzuschauen)...ziemlich witzig alles hier...meine kleine Oase, wenn ich aus meinem Fenster schau. Das ist nämlich auch ulkig hier, bedingt durch die Temperaturen, sind die Häuser doch sehr anders konstruiert. Die meisten Fenster gehen zu Innenhöfen heraus und nicht direkt an die frische Luft....große Fenster mit viel Licht, vermisse ich hier zwar:die Wohnungen sind oft ziemlich dunkel...aber bei der Hitze hier, freut man sich doch immer wieder in ein kühles, frisches Haus eintreten zu dürfen.



Der Briefkasten wartet auf Post!!!!

So, dann will ich mal mein Zimmer vorstellen: ich bin glückliche Besitzerin von einem wirklich großen Zimmer. Mein geschultes Auge sagt mir, dass es bestimmt 20m² hat...kann aber auch weniger sein...man weiss es nicht..mir kommt es gerade auch für spanische Wohnungen riesig vor. Das perfekte Zimmer für Besuch, insbesondere mit einem Ehebett, welches ich mein eigen nennen darf:-)...eine ganz gemütliche Butze.











Direkt aus dem Flur kommt man in unser kleines, feines Wohn-/Esszimmer...die roten Gardinen sind zum Schießen, ein Fenster zum Durchreichen von Essen aus der Küche...sehr praktisch...denn der Herd ist gleich nebenan.





...auch ziemlich "spanisch": unsere Küche befindet sich in einem patio, d.h. wenn man hochschaut, kann man den Himmel durch einige Glasscheiben sehen. Manchmal beängstigend....was für eine komische Hauskonstruktion, aber hält alles:-)



Gleich hinter der Küche befindet sich dann unser hellblaues Bädchen...